„Charming media revolution“- Google+ im Marketing

Google+ ist seit Wochen Gegenstand der medialen Berichterstattung – sicherlich hilft dabei auch der clevere Schachzug, in einer ersten Testphase nur „eingeladenen“ Personen den Zugang zu ermöglichen. Hype oder Hoffnung? Sehen wir uns mal an, was hinter dem Facebook-Konkurrenten steckt…

Zunächst zur eingangs aufgestellten These: Ja, Google+ ist mehr als nur eine weitere Social Media Plattform. Google+ ist die Synergie aus allen bisherigen und etablierten Google Services: YouTube, Analytics, Picasa, AdWords, Maps, Offers und all den anderen. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind bisher noch nicht vollständig zu erfassen. Sicher ist aber, dass Google damit auch das Potential für Marketing- und Kommunikationskonzepte vervielfacht hat. Bevor wir uns Gedanken machen, wie dieses Potential aussehen könnte, halten wir uns erst mal an das inzwischen Bekannte und betrachten Google+ aus der privaten User-Perspektive :

Wie funktioniert Google+ für den Einzelnen?

Das Design ist frisch und bunt, die Struktur der Plattform übersichtlich und selbsterklärend. Die eigene Profilseite dient als Startpunkt für den Dialog mit anderen. Beiträge „meines“ Netzwerks werden ähnlich der Facebook-Pinnwand in einem Stream angezeigt und können mit einem „+1-Button“ bewertet bzw. empfohlen werden. Dem User stehen darüber hinaus drei Funktionen zur Verfügung, durch die Google+ sich von Facebook abgrenzt:

  • Circles: „Gruppen“, in die Personen integriert werden, um mit Ihnen ausgewählte Inhalte zu teilen und zu kommunizieren. Ein Profil kann mehreren Gruppen angehören – ohne dass die eine Gruppe sieht, was in den anderen diskutiert wird.
  • Sparks: eine Verbindung aus Google Alerts und Google News. Relevante Themen können geclustert werden, als Feed aus dem Web zusammengestellt und natürlich auch geteilt werden – eine praktische persönliche Filterfunktion.
  • Hangouts: Videochat – nicht neu, aber ein nützliches Spaß-Feature.

Was aber bedeutet Google+ für Unternehmen?

In Ermangelung handfester Fakten – Google hält sich nach wie vor sehr bedeckt – wollen wir uns ausnahmsweise in Spekulationen ergehen. Hier einige Ideen:

Angefangen bei den „Circles“, wie sie in privaten Profilen möglich sind: Eine Unterteilung der Fans in verschiedene Circles, also Interessengruppen, wäre sicherlich eine sinnvolle Idee für Business-Pages. Gerade für die Pharmabranche wäre es eine General-Lösung für das altbekannte Problem, sowohl Fach- als auch Laienkommunikation HWG-konform betreiben zu wollen. Einmal eingerichtet, könnte eine Google+-Unternehmensseite alle Stakeholder zugleich bedienen, wobei ein Teil der Kommunikation eben nur für einen geschlossenen Circle, nämlich die Fachkreise, zur Verfügung steht.

Aufgefallen sind Ihnen vielleicht auch schon die +1-Buttons neben den Ergebnissen einer Google-Suche. Es ist recht wahrscheinlich, dass Google zukünftig die +1-Aktivitäten in seine Such-Algorithmen mit einbezieht, z.B. um die Relevanz des Contents einer Seite zu bewerten. So könnten Unternehmen zukünftig ohne SEO/SEM-Expertenteam durch die Integration von +1-Buttons in ihren Internetauftritt ganz oben im Suchergebnisranking mitmischen.

Weitere spontane Ideen für das Pharma-Marketing: Live-Chats zwischen Arzt und Patient oder Fachkoryphäe und Journalist: warum nicht via Hangout statt auf dem Kongress? Oder in der B2B-Kommunikation auf Google Offers in Kombination mit Google Maps setzen und großen Apotheken-Ketten eine Rabattaktion zu OTC-Produkten auf lokaler Ebene anbieten – unsere Fantasie läuft sich langsam warm, doch wie eingangs erwähnt, die Möglichkeiten lassen sich aktuell nur erahnen.

Genug der wilden Vermutungen: Wir werden die Aktivitäten und Ereignisse rund um Google+ in den nächsten Monaten verfolgen und bewerten. Unsere Erkenntnisse und Empfehlungen stellen wir natürlich wieder hier vor – man darf gespannt sein!


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